McKintys Hoffnung: Der Krimi revolutioniert die englische Literatur

Adrian McKinty haut drauf. Bestenfalls „wohlwollende Herablassung“ bringen die britischen Mittelschichtautoren auf, wenn sie Figuren unter ihrem sozialen Niveau beschreiben. Nicht so der Krimi. Als Literatur des „proletariats“ (!) – so im Original Oxford-Absolvent McKinty – spreche er in der Sprache der Arbeiter über das Leben der einfachen Menschen in Manchester, Birmingham oder Botswana.
Wie die Punkbands der siebziger Jahre die „Upper-class-music“ gekillt hätten, so wird der Krimi die Upper-Class-Literatur killen, hofft Adrian im Guardian. Obwohl er weiß, dass die Punkrevolution gescheitert ist. Trotz und alledem!

Ian Rankin über Whodunit

Die Überschrift zu diesem Beitrag Ian Rankins ist ein Schulbeispiel dafür, wie man den Sinn eines Artikels in sein Gegenteil verkehrt, um das vermeintliche Publikumsinteresse zu bedienen. Angeblich seien 50 Prozent der Bestseller im letzten Jahr Whodunits gewesen, behauptet die Redaktion des konservativen britischen Massenblatts Daily Mail. Und verspricht seinen Lesern, Rankin offenbare seine Tricks, mit denen „Sie ihre eigenen schreiben können.“
Ian gibt zukünftigen Autoren keinen Rat, sondern schreibt über sein eigenes Schreiben. Dabei vermeidet er Rezepte. Er verrät aber auch nicht, wie man es als Autor schafft, 20 Seiten vor Schluss immer noch nicht zu wissen, wer der Täter ist. Folgerichtig schreibt dieser schlaue Autor: “The ‘whodunit’ aspect of the story is the least interesting part for me – and it doesn’t bother me if people work it out on Page One.” Und Regeln findet Rankin auch nicht gut – Agatha Christie hat sie alle schon aufgestellt..