E-Books wollen Genre-Texte

In den USA wurden im Jahr 2012 3,04 Mrd. Dollar mit E-Books gemacht, schreibt Graeme McMillan in Wired. Anlass genug, um daraus eine Theorie zu machen. die geht so:
1. Das Publikum will Serien verfolgen
2. Serien gibt es im Genre
3. Also produzieren wir Genre-Literatur in E-Books.

Die Theorie (Nachfrage verlangt Angebot) findet die dazu passenden glücklichen Leser, die ihre Romanzen, Krimis und Space Operas just im E-Reader lesen wollen. Lesen als Sucht: E-Leser wollen ihren Stoff schnell, ohne Unterbrechung und Nachdenken, sind “voracious reader, reading for entertainment.” (Alison Dobson, VP and publishing director Random House).
An die alten Zeiten des 19.Jhdts., als man die Eisenbahnhefte mit Fortsetzungskrimis in Leder einband, erinnert dies Argument für das E-Book: “There are multiple theories for the genre dominance in digital publishing, including the appeal of anonymity offered by e-reader devices, which don’t display the cover of a potentially embarrassing book for all the world to see. As Antonia Senior wrote in The Guardian last year, ”I’m happier reading [historical romance fiction] on an e-reader, and keeping shelf space for books that proclaim my cleverness.”

Bald wird Crack in Blechdosen in braunen Papiertüten angeboten, nein: nachgefragt.

 

 

KM 2 : weiter zu KM 3

Ich halte mich nicht lange mit Zusammenfassungen auf. KRIMS MACHEN 2 am 27. und 28. Juni in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt war ein voller Erfolg.
Viele, viele Teilnehmer haben sich persönlich bedankt beim Organisationsteam Zoe Beck, Alf Mayer, Thomas Wörtche und mir. Und alle haben unseren Orgfighterinnen back- und frontstage zu danken: Vera Mayer und Yvonne Küpper, der Nationalabibliothek für die gute Kooperation und der Cafeteria Kaiser für die flexible und gute Versorgung! Und unserem Gastgeber Stavros bei Telly’s.

Wie es vorher, mittendrin und danach war, hat Zoe Beck auf facebook festgehalten:

https://www.facebook.com/krimismachen

Hier die Links zu den Berichten und Reaktionen, die bei mir eingegangen sind (Ergänzungen sind willkommen):

Sylvia Staude in der Frankfurter Rundschau

caterina auf SchöneSeiten

Hans-Peter-Röntgen im Autorenforum Montsegur

ein Fotoalbum von Hobbitt511

ein ausführlicher Bericht von David Gray im Literaturcafé

Falls ich was übersehen habe, bitte melden!

 

 

KRIMIS MACHEN 2: DAS PROGRAMM

Liebe Krimifreundinnen und Krimifreunde, liebe MacherInnen, AutorInnen und LeserInnen, wir laden ein zu KRIMIS MACHEN 2

KRIMIS MACHEN 2 findet am 27.und 28. Juni 2014 in Frankfurt/Main statt.
Ort: Deutsche Nationalbibliothek, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main

Wir – die KRIMISMACHEN.ORG – haben ein Programm zusammengestellt, das hoffentlich wieder, wie schon bei KRIMIS MACHEN 1 vor einem Jahr in Berlin, alle am Prozess des Krimi-Machens Beteiligten auf Augenhöhe zusammenführt. Wir wollen über die Produktionsbedingungen, die Ästhetik und Poetik, die Vermarktungsbedingungen der Kriminalliteratur diskutieren – und wie diese aufeinander wirken.
Ganz neu ist die Einbeziehung des Leitmediums Fernsehen in die Diskussion.
Neben den Themen steht die Begegnung im Zentrum. Wie auch letztes Jahr werden die meisten der profilierten Mitspieler des Krimi-Betriebs anwesend sein – KRIMIS MACHEN 2 ist also nicht nur ein großes Forum, sondern auch eine große Kontaktbörse.

Es sind noch Plätze frei!
Und hier finden Sie das Programm:

KRIMIS MACHEN 2 – Programm als PDF

und hier in unserem Veranstaltungsblog.

und hier das Anmeldeformular (runterladen, speichern, ausfüllen, an Yvonne schicken)
Anmeldeformular_KrimisMachenZwei_Mai

und die Hotelliste für Ihr Quartier:
KM2 Hotelliste

Wenn Sie an KRIMIS MACHEN 2 teilnehmen möchten,

melden Sie sich bitte bei Yvonne Küpper yk@krimis-machen.eu per E-Mail an.

Bitte verbreiten Sie das Programm und Hinweise auf unsere Webpräsenzen
www.krimis-machen.eu und https://www.facebook.com/krimismachen
über Ihre Kontakte unter Freunden, Kollegen und Bekannten weiter!

 

Im Namen der KRIMISMACHEN.ORG
(Zoë Beck, Tobias Gohlis, Alf Mayer, Thomas Wörtche)

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Gohlis
krimis-machen-logo-final-2014-04-09-kl-invert

 

KRIMIS MACHEN 2 – ANMELDEN!

Es ist so weit!

KRIMIS MACHEN 2  wird in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main (http://www.dnb.de/DE/Service/Kongresszentrum/kongresszentrum_node.html) stattfinden und zwar am 27. und 28. Juni 2014.

Zwei Veränderungen gegenüber der erfolgreichen und begeisternden Veranstaltung  KRIMIS MACHEN 1 vor einem Jahr in Berlin gibt es:
Zoë Beck und Alf Mayer sind erfreulicherweise als Ko-Veranstalter dazugekommen.
Und: Weil wir alle Strukturkosten selbst tragen müssen, erheben wir eine Teilnahmegebühr von € 150.- für beide Tage.
Die Teilnehmerzahl ist betrüblicherweise  auf 250 Personen beschränkt.

Wie auch letztes Jahr werden die meisten der profilierten Mitspieler des Krimi-Betriebs anwesend sein – KRIMIS MACHEN 2 ist also nicht nur ein großes Forum, sondern auch eine große Kontaktbörse.

Neben Plenumsveranstaltungen bieten die Räume der Deutschen Nationalbibliothek die Möglichkeit, einzelne, speziellere Themen in kleineren Gruppen intensiv zu diskutieren.
Wenn auch die verschiedenen Medien, in denen sich Crime Fiction aktuell abspielt, einen kleinen Schwerpunkt bilden, geht es wiederum um klassische Themen wie Qualitätskriterien, Social Media, Verlagsstrategien, Buchhandel, Übersetzungen, Marketing und andere Probleme eines sich schnell ändernden Marktes – und, last but not least, um ästhetische, politische und erkenntnistheoretische Alleinstellungsmerkmale von Kriminalliteratur en general.
Ein detailliertes Programm erhalten Sie in Kürze.

Anregungen, Fragen, Ideen dazu sind sehr willkommen! Wenn Sie sich auf www.krimis-machen.eu  registrieren, können Sie alle Diskussionen mitverfolgen und selber Beiträge einstellen.

Da KRIMIS MACHEN 1  im letzten Jahr sehr rasch ausgebucht war, empfehlen wir Ihnen, sich schnell mithilfe des angehängten Formulars anzumelden! Ihre Anmeldung ist mit Eingang der Tagungsgebühr auf dem Veranstaltungskonto gültig.http://www.krimis-machen.eu/themen/krimis-machen2
Inbegriffen in der Tagungsgebühr sind Parken – bitte anmelden! – Eintritt zu Lesungen und Veranstaltungen von KRIMIS MACHEN 2, nicht jedoch Unterbringung, Mittag- oder Abendessen.

Ansprechpartnerin in allen Fragen der Anmeldung, Reservierung und Bezahlung ist Yvonne Küpper per Mail: yk@krimis-machen.eu

In der Anlage finden Sie das Anmeldeformular und eine Liste mit Hotels, die günstig zum Veranstaltungsort liegen.

Wir freuen uns auf Sie und auf KRIMIS MACHEN 2 ! Bitte verbreiten Sie diese Einladung unter Freunden, Kollegen und allen möglicherweise Interessierten weiter!

Herzlich, Ihre
KRIMISMACHEN.ORG
(Zoë Beck, Tobias Gohlis, Alf Mayer, Thomas Wörtche)

Das Anmeldeformular speichern und ausfüllen, dann an yk@krimis-machen.eu senden!
Anmeldeformular_KrimisMachenZwei_Mai

KM2 Hotelliste

KRIMIS MACHEN 2 auf facebook: https://www.facebook.com/krimismachen

Aus Autorensicht: der ideale Verlag?

Hugh Howey, Verfasser der Silo Saga, hat sich in seinem Blog Gedanken über Erfolgsstrategien von Autoren und Verlagen gemacht. Buchreport berichtet. Im Kern schlägt Howey den Verlagen vor, sich am Modell der Selfpublisher zu orientieren, mit flachen Hierarchien und kurzen Vertriebswegen und -zeiten zu operieren und sich auf Werbung und Marketing zu konzentrieren.
Besonders interessant: Howey argumentiert aus der Perspektive des Genre-Autors, der den Verlagen vorwirft, (in Marketing und PR) Genreliteratur zu vernachlässigen und “schöne” Literatur zu favorisieren.
Ob die Verwirklichung dieser Ideen zu besseren Bedingungen für bessere Bücher führt, vermag ich nicht zu beurteilen. Vielleicht aber Sie?

Else Laudan: Der Krimi ist politisch

Eine erste Ideenfrucht von Krimis Machen 1 ist eine vierteilige Reihe mit Autorenlesungen und Diskussionen, die der Ariadne-Verlag  und seine Verlegererin Else Laudan in Hamburg gestartet haben. Programmatisch lautet der Titel: Der Krimi ist politisch.
Am 26. August, dem ersten Abend mit der aus Südafrika stammenden Autorin Charlotte Otter als Gast, hielt Else Laudan einen einleitenden Vortrag zum Politischen im Krimi. Hier ist er nachzulesen: 13-08-26 Laudan_Krimi-ist-politisch_Vortrag  Zum Schluss einer bemerkenswerten tour de force durch die Geschichte des Ariadne-Projekts kommt Laudan zu dem Ergebnis:

Meine eigenen Lesevorlieben, mein von Soziologiestudium und Lebenserfahrung geschulter Verstand und mein Gefühl beim Betrachten der Welt sagen mir, dass Aufklärung nötig und das Verbreiten guter politischer Krimis wichtig ist. Natürlich müssen sie auch gut geschrieben sein, sonst nützt es alles nichts.

Krimis Machen 2 Erste Themen

Wann und wo steht noch nicht fest, aber nachgedacht haben wir schon mal über KRIMIS MACHEN 2. Hier unsere Ergebnisse:

Diese Themen stellen wir uns u.a. vor:

1. Literaturkritik und Wertung
Formen und Medien, Professionelle und Amateure, Spezialisten und Universalisten.
Welchen Sinn und Zweck hat die Kritik von Kriminalromanen? Gibt es Unterschiede zur Kritik der Kunstliteratur?
Werden LiteraturKritik und Wissenschaft von Kriminalliteratur gebraucht, und wenn ja, von wem?
Gibt es Kriterien zur Wertung von Kriminalliteratur? Die Rolle von sog. „Buchempfehlungen“ als Kritik-Ersatz?
Welche Auswirkungen haben die Neuen Medien auf Form, Inhalt und zielgruppen der Literaturkritik?

2. Marketing/PR
Wie formt der Verlag sein Publikum?
Beispiele für den “Aufbau” und die “Durchsetzung” von Autoren, etwa Jussi Adler-Olsen und Dominique Manotti, Don Winslow – auf welcher Seite (Genre oder Non Genre) soll ein Autor durchgesetzt werden?.
Kann gute Literatur ein Publikum gewinnen? Mit welchen Mitteln?
Braucht Kriminalliteratur spezialisierte Marketing/PR-Leute?
Für welche Titel lohnt sich welcher Aufwand?
Warum Bestseller machen?
Die Mittel: vom Klappentext über TV-Trailer bis Socialreding-groups, die Macht oder Ohnmacht der Paratexte
3. Gute Kriminalromane erfolgreich unter die Leute bringen – Verkauf, Vertrieb, Events, Lesungen
Erfolgsgeschichten und Misserfolgsgeschichten.
Kluge und weniger kluge Events.
Vertriebsstrukturen – Machstrukturen und der intelligente Umgang damit.

4. Unterm Radar der Wahrnehmung:  Illiterate Kriminalliteratur für ein illiterates Publikum?
Von wem wird diese Art von Text produziert, von wem gelesen? Früher Heftchen, heute in Verlagen ….

5. Das Fernsehn als Leitmedium
Diktiert TV das öffentliche Bild von Krimi?
Ist die Fernsehdramaturgie auch Regelpoetik des Kriminalromans?
TV-Fiktion als Vertreibung von Realismus und Rechtsbewusstsein?

6. Übersetzerwerkstatt
Gibt es eine Ästhetik der Übersetzung von Kriminalliteratur? Beispiele, Positionen, Kontroversen.

7. Autorenförderung, Autorenausbildung
Der Autor: zwischen mythischer Figur und Wordprocessor.
Unterrichtsstrategien – was kann man in Autorenschulen lernen und was nicht?
Gemeinsame Ziele, getrennte Verfahren: Drehbuch und Prosatext.
Autorenschulen = Schwindelunternehmen?

8. Verlagsschicksale
Es gibt viele Gründe, nicht öffentlich über das zu sprechen, was in Verlagen und im Buchhandel geschieht. Die Abhängigkeiten haben existenzielle Dimensionen. Daher richten wir in diesem Blog die Kategorie “Verlagsschicksale” ein, um trotzdem Raum zu geben, ohne Namensnennung über Demütigungen, Schreibaufträge, hierarchische Zwänge zu reden.

Dies ist eine erste Themensammlung, in der die immer noch zentrale Fragestellung Krimi – Cashcow oder Literatur vor allem an praktischen Beispielen wie auch an präzise formulierten Thesen vertieft und konkretisiert werden soll.

Wie sollte Krimis Machen 2 organisiert sein?

Wir stellen uns eine Tagung mit etwa 200 bis 300 Teilnehmern vor, wieder aus allen Bereichen der Krimiproduktion. Gruppen, die stärker als in Berlin vertreten sein/angesprochen werden sollten, sind BUCHHANDEL-VERTRETER-MARKETING sowie ONLINE-AKTIVISTEN und BLOGGER.
Ansonsten gilt: alle reden mit allen auf Augenhöhe. Die Veranstaltungsformen variieren zwischen Plenarrunden mit Podium, Vorträgen und Arbeitsgruppen.
Die Tagung sollte wieder zwei volle Tage dauern, aber mehr Zeit und Raum für informelle Gespräche und Begegnungen geben.
Ein Problem ist der Veranstaltungsort: Er muss über kleine und größere Räume verfügen, Veranstaltungstechnik und Catering haben, angenehm sein – also eher keine Uni. Er sollte verkehrstechnisch gut erreichbar sein (keine kirchliche Akademie auf dem Lande). Vorschläge mit Kontaktadressen/Ansprechpartnern nehmen wir gerne entgegen.

Und auch sonst: Machen Sie sich Gedanken, registrieren Sie sich, um eigene Beiträge zu schreiben oder mailen Sie an tg@krimis-machen.eu

Tobias Gohlis/Thomas Wörtche im Juli 2013

 

 

 

 

McKintys Hoffnung: Der Krimi revolutioniert die englische Literatur

Adrian McKinty haut drauf. Bestenfalls “wohlwollende Herablassung” bringen die britischen Mittelschichtautoren auf, wenn sie Figuren unter ihrem sozialen Niveau beschreiben. Nicht so der Krimi. Als Literatur des “proletariats” (!) – so im Original Oxford-Absolvent McKinty – spreche er in der Sprache der Arbeiter über das Leben der einfachen Menschen in Manchester, Birmingham oder Botswana.
Wie die Punkbands der siebziger Jahre die “Upper-class-music” gekillt hätten, so wird der Krimi die Upper-Class-Literatur killen, hofft Adrian im Guardian. Obwohl er weiß, dass die Punkrevolution gescheitert ist. Trotz und alledem!

Ian Rankin über Whodunit

Die Überschrift zu diesem Beitrag Ian Rankins ist ein Schulbeispiel dafür, wie man den Sinn eines Artikels in sein Gegenteil verkehrt, um das vermeintliche Publikumsinteresse zu bedienen. Angeblich seien 50 Prozent der Bestseller im letzten Jahr Whodunits gewesen, behauptet die Redaktion des konservativen britischen Massenblatts Daily Mail. Und verspricht seinen Lesern, Rankin offenbare seine Tricks, mit denen „Sie ihre eigenen schreiben können.“
Ian gibt zukünftigen Autoren keinen Rat, sondern schreibt über sein eigenes Schreiben. Dabei vermeidet er Rezepte. Er verrät aber auch nicht, wie man es als Autor schafft, 20 Seiten vor Schluss immer noch nicht zu wissen, wer der Täter ist. Folgerichtig schreibt dieser schlaue Autor: “The ‘whodunit’ aspect of the story is the least interesting part for me – and it doesn’t bother me if people work it out on Page One.” Und Regeln findet Rankin auch nicht gut – Agatha Christie hat sie alle schon aufgestellt..