Aus Autorensicht: der ideale Verlag?

Hugh Howey, Verfasser der Silo Saga, hat sich in seinem Blog Gedanken über Erfolgsstrategien von Autoren und Verlagen gemacht. Buchreport berichtet. Im Kern schlägt Howey den Verlagen vor, sich am Modell der Selfpublisher zu orientieren, mit flachen Hierarchien und kurzen Vertriebswegen und -zeiten zu operieren und sich auf Werbung und Marketing zu konzentrieren.
Besonders interessant: Howey argumentiert aus der Perspektive des Genre-Autors, der den Verlagen vorwirft, (in Marketing und PR) Genreliteratur zu vernachlässigen und “schöne” Literatur zu favorisieren.
Ob die Verwirklichung dieser Ideen zu besseren Bedingungen für bessere Bücher führt, vermag ich nicht zu beurteilen. Vielleicht aber Sie?

2 Gedanken zu „Aus Autorensicht: der ideale Verlag?

  1. Hans Peter Roentgen

    Howey scheint ein bißchen blauäugig zu sein, jedenfalls gibt es etliche, auch aus der Selfpublisher Szene, die ihm in manchem widersprechen, zB hier (danke an Andreas Eschbach für den Link):
    http://www.idealog.com/blog/comparing-self-publishing-to-being-published-is-tricky-and-most-of-the-data-you-need-to-do-it-right-is-not-available/

    Der erfolgreiche Selfpublisher Matthias Mattig hat was zu den deutschen Verhältnissen gesagt:
    http://selfpublisherbibel.de/self-publishing-in-den-usa-indie-autoren-dominieren-die-charts/#more-1712

    Hier findet sich eine Diskussion zu Howeys Thesen, darunter sowohl erfahrene Selfpublisher wie Verlagsautoren:
    http://autorenforum.montsegur.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1392225838/0#0

    Herzliche Grüße, Hans Peter Roentgen

    Antworten
    1. Hans Peter Roentgen

      Entschuldigung, in meinem obigen Thread beziehe ich mich hauptsächlich auf Howeys Blogbeitrag, dass SelfPublisher mehr verdienen würden:
      http://www.buchreport.de/nachrichten/online/online_nachricht/datum/2014/02/12/se lfpublisher-verdienen-mehr.htm

      Die Vorschläge Howeys für Verlage beruhen darauf, sind aber nicht das gleiche. Auch dort ist einiges sehr bedenkenswert, anderes dürfte sich nicht durchsetzen lassen und manches ist USA spezifisch.

      Kürzere Vertragslaufzeiten wäre sicher für Autoren von Vorteil. Manche Literaturagenten arbeiten bereits mit solchen Verträgen. Verkauft sich ein Buch gut, lassen sich bessere Konditionen erzielen. Verkauft sich ein Buch schlecht, entweder, weil der Verlag nichts tut, oder der Verlag tut nichts, weil sich das Buch nicht gut genug verkauft, kann der Autor wechseln.

      Die Bücher schneller heraus zu bringen, würde alle Vielschreiber freuen, sie müssten sich nicht ständig neue Pseudonyme ausdenken, um geheim zu halten, dass sie soviel schreiben wie Simenon (ein Buch in 14 Tagen) oder Goethe (die Leiden des jungen Werthers in 4 Wochen ohne Computer, ohne Schreibmaschine, ja sogar ohne Kuli geschrieben). Generell nerven deutsche Verlage ihrer Autoren manchmal durch furchtbare Langsamkeit, oft dauert es viele Monate bis die Entscheidung für oder gegen ein Buch fällt.

      Was den DRM Kopierschutz angeht, wegen dem bin ich vom Sony Ebook Reader zu Amazons Kindle gewechselt und der neue Adobe Kopierschutz soll schon wieder die ehrlich zahlenden Kunden nerven. Ein Versuch ohne Kopierschutz wäre es wert, ob das nicht mehr bringt.

      Keine Werbung, keine Vertreter, dafür das Geld ins Lektorat stecken, dürfte ebenfalls alle Autoren freuen, egal ob Heftchenschreiber oder Hochliterat. Allerdings glaube ich nicht, dass sich die Verlage darauf einlassen werden.

      Manches andere ist einfach schon längst so. Dass Verlage mit Amazon zusammenarbeiten und dass Autoren sich vernetzen und miteinander über Handwerk, Texte und Verträge diskutieren, dazu braucht es heute keine großen Aufrufe mehr.

      Was gleichzeitiges Erscheinen von Tb und Hardcover angeht, das erscheint mir schon sehr blauäugig.

      Herzliche Grüße, Hans Peter Roentgen

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